Dieser Text ist ein
Auszug aus dem Artikel von mir über die fränkischen
Lautenmusik des 18. Jahrhunderts, der in einem der nächsten
Jahrbücher der Deutschen Lautengesellschaft erscheinen wird.
Literaturangaben etc finden sich dort
Adam Falckenhagen
Die Familie
Der erste uns bekannte
Musiker dieses Namens war Bartholomäus Falckenhagen. Als Kantor
ist er in Frauenstein bis 1618 tätig. Dann bekleidete er dieses
Amt in Annaberg ab 1619 wo er am 22. November 1649 starb. Dort wurde
1629 Johann Falckenhagen geboren, der 1647 in Leipzig studierte, ab
1650 als Organist und ab 1654 als Pfarrer in Krumhermersdorf bei
Zschoppau wirkte. Von Trinitatis 1665 bis zu seinem Tode am 29.
Januar 1693 war er Pfarrer in Knauthain. Die Geburt seines Sohnes,
Johann Christians – Vater von Adam Falckenhagen konnte bisher
nicht ermittelt werden, doch sollte er in Knauthain auf die Welt
gekommen sein.
Adam Falckenhagens Kinder- und Jugendjahre
Die erste gedruckte
Erwähnung Falckenhagens erfolgte im Musikalischen Lexikon von
Johann Gottfried Walthers und beruhte wohl laut freundlicher
mündlicher Mittteilung von Joachim Schulze, auf einer
autobiographischen Skizze von Falckenhagen. Darauf stützen sich
dann auch die Angaben bei Ernst Ludwig Gerbers Lexikon der
Tonkünstler Adam Falckenhagen wurde am 24. April 1697 in
Groß-Daltzig geboren. Seine Familie war – wie beschrieben
– eng den Kirchenämtern und Schuldienst verbunden. Sein
Vater wirkte als Lehrer in Groß-Daltzig, der Vater seiner
Mutter war Küster in Delitzsch. Bereits mit acht Jahren kam Adam
zu seinem Onkel Gottlieb Erlemann Pfarrer in Knautheim, zur Schule um
dort „literis und musicis“ zu studieren. Was darunter zu
verstehen ist, können wir aus mehreren Tatsachen schließen.
Da Falckenhagen dort Unterricht bei einem Lehrer der Familie Weyrauch
erhielt, dessen Sohn Johann Christian sich später mehrmals als
Musiker bewarb, und von Hans Joachim Schulze als einer der möglichen
Schreiber der Leipziger Bachtabulaturen genannt wird, ist
Falckenhagen vermutlich bereits dort nicht nur mit der Laute vertraut
geworden, sondern hat – da besagter Weyrauch sich später
als Jurist betätigte – mit Sicherheit auch Latein, und was
sonst zur Bildung und zum Studium nötig war, gelernt Da zu
vermuten ist, dass die Laute von vielen Kantoren und Lehrern zum
Unterricht und an Stelle der oft mangelhaften Dorforgeln auch in der
Kirche benutzt wurden, wird Falckenhagen dort auf der Laute und
natürlich auch auf einem Tasteninstrument die Grundlage im
Generalbaßspiel erworben haben. In einem Taufeintrag vom
12.08.1714 erscheint er als Pate mit der Bemerkung: „Der der
Musik und Literatur zugetane“ Da dieser Vermerk
wahrscheinlich von seinem Onkel selber stammte, muß dieser wohl
mit seinem Zögling zufrieden gewesen sein. Aber auch an seine
höfisch Erziehung scheint man gedacht zu haben. In einem Eintrag
vom 04.12.1715 als Pate wird er als der Kammerdiener des
jungen Earl von Dieskau genannt. Dieser war wohl kein anderer als
Heinrich von Dieskau, für den später Johann Sebastian Bach
die sogenannte Bauernkantate schrieb und der auch als Pate in der
Familie Weyrauch in den Knautheimer Kirchenbüchern genannt wird.
Falckenhagen hat sich
also mit Sicherheit in Knauthain neben Latein, auch mit Literatur
beschäftigt und spätestens bei den Dieskaus, die in der
Nähe von Leipzig beheimatet waren, wurde dort mit dem Hofetikett
vertraut gemacht und hat dort vielleicht auch Italienisch gelernt. So
hat die Familie von Dieskau dem jungen Falckenhagen sicherlich den
Weg als Hofmusiker geebnet. Tim Crawford wies dankbarer Weise
schriftlich daraufhin, dass H.J. Schulze in Rudolf Straube (*1717
Trebnitz, + 1780 London) einen der fleißigsten Bachkopisten
erkennen konnte. Straube schrieb über Dieskau, dass er sehr viel
für ihn ( Straube) getan hätte und Dieskau ein profunder
Kenner der Musik, besonders der Laute ist. Diese Mitteilung
impliziert, dass vielleicht Falckenhagen dem „ jungen Earl“
Lautenunterricht erteilte, auf jeden Fall aber beide wohl der selben
Musik zu getan waren. Es erscheint nicht abwegig, wenn man
annimmt, dass Adam Falckenhagen, wie auch Johann Christian Weyrauch,
das reiche Musikleben der Stadt Leipzig, die ja auch für
damalige Verhältnisse nicht weit weg war, ausgiebig genossen
haben, ja wahrscheinlich sogar in den späteren Jahren dort
mitgewirkt haben. Man kann mit Recht voraussetzen, dass Falckenhagen,
als er dann nach Merseburg ging, eine für die damalige Zeit
solide Ausbildung genossen hatte.
Spätere Briefe
Falckenhagens an Adelgund Gottsched beweisen, dass er sich mit der
Literatur seiner Zeit ausgekannt hat. Er schreibt in dem Brief vom
22. März 1739, dass Pfeiffer die Kompositionen genau nach der
Vorschrift gemacht hätte, wie sie Johann Christoph Gottsched in
seinem Versuch einer Critischen Dichtkunst für die Deutschen
geschrieben hätte. Da er sogar Seitenzahlen erwähnt,
sollte davon auszugehen sein, dass Falckenhagen das Werk wirklich
gelesen hat und es nicht nur so aus Höflichkeit zitiert.
Der Bildungsstand
vieler Lautenisten zeigt, dass diese über dem normalen
Durchschnitt lagen, haben doch eine ganze Reihe an Universitäten
studiert. Sicherlich auch um vielleicht besser Studenten als Schüler
für sich zu gewinnen, doch zeigen die Griechisch- und
Lateinkenntnisse Barons, oder der Hinweis auf den Sprachunterricht
von Hagen, daß etwas für die Bildung getan wurde. Auch
Falckenhagen war 1719 an der Leipziger Universität
eingeschrieben.
Von Merseburg nach Weißenfels und Weimar
Ab 1715 ist
Falckenhagen in Merseburg zu finden. Er hat dort einige Verwandte die
als Handwerker ansässig sind und findet in den früh
verstorbenen Johann Jakob Graf (Graff) einen, auch von Baron als
Lautenisten hochgelobten, Lehrer Graf wurde am 7. März 1690 als
Sohn des Pfarrers von Weickelsdorf geboren und hat lt. Baron bei Weiß
Laute studiert. Graf war Jurist und als solcher, sowie als
Cammerlautenist dann in Merseburg tätig. Er heiratete die
Hofdame Christiane Goller aus Zörbig und starb an der
Schwindsucht 1723. Von seinen Kompositionen hat sich nur wenig
erhalten. In diesem Jahr (1723), finden wir Adam Falckenhagen schon
in Weißenfels als Lautenist und später auch als
Hofmusiker. Hier scheint er seine erste Frau Johanna Emilia ( auch
Ämilia) Kegel kennengelernt zu haben. Sie war die Tochter des
Kapellmeisters Emanuel Kegel in Gera, der als Komponist und Lehrer
von Gottfried Heinrich Stölzel bekannt ist. Er wurde, ob aus
eigenem Verschulden oder durch Intrige von lezterem aus seiner Stelle
verdrängt, kam dann später zwar noch einmal zu Ehren, doch
lebte er zum Schluß ziemlich kümmerlich bis zu seinem Tode
in Gera. Seine Tochter, Emilia Kegel war, wie ihre Kollegin Anna
Magdalena Wülken, die zweite Frau Johann Sebastian Bachs, als
Sängerin am Weißenfelser Hof angestellt.
Die erste Tochter des
Ehepaars Falckenhagen, Johanna, wurde in Gera am 25. Dezember 1724
getauft, zumindestens läßt sich dies aus dem Verzeichnis
der Geläuterechnung schließen. Dort wird eine Tochter
„Falkenhauer“ erwähnt, was wohl mit Recht als
Schreibfehler zu werten ist, denn das Alter bei Ihren Tode 1760
stimmt mit dem Taufdatum überein. In der von dem damals in
Franken sehr bekannten Hofpredigers Johann Christian Schmidt
überlieferten Leichenpredigt heißt es: „Der in
dem Herrn ruhende Kammersekretarius Falkenhagen, und Frau Maria [der
Vorname stimmt nicht] Falkenhagin, eine geborene Köglinn
[Kegel] und Tochter des Directors der Reußgräflichen
Kapelle zu Gera, diese sage ich, sind die Aeltern, welche mit der
Geburt dieser wohlgebildeten und angenehmen Tochter erfreut worden.
Sie sah das Licht der Welt im Jahre 1724 in oben gedachten Stadt
Gera.“ Durch diese Passage wurden die Zusammenhänge
Falckenhagens zu Gera erhellt. Leider ist sonst die Aktenlage in Gera
durch den Verlust der Kirchenbücher äußerst schlecht,
so konnte auch die etwaige Heirat Falckenhagens bisher, weder dort
noch wo anders nachgewiesen werden. In Weißenfels wurden noch
zwei Kinder geboren, die aber nur kurze Zeit lebten. Da die
Weißenfelser Secundogenitur von Dresden abhängig war,
konnten, wie auch anderswo, die Künstler nur mäßig
wenn überhaupt bezahlt werden. So bewarb sich das Ehepaar
Falckenhagen im Frühjahr 1728, nach dem Tode des Gothaer
Lautenisten Gottfried Meusel um die vakante Stelle. Ein Hofbeamter
schrieb darüber: Er hatte sich dort öfter hören
lassen, als dieser Mensch nicht nur sein Instrument wohl versteht,
sondern auch mit seiner Frau, die gleichfalls eine ziemlich feine
Methode und Stimme zu singen hat, jederzeit ein stilles und sittsames
Leben geführt, erhielt eine Verehrung!
Von einigen Autoren
wird erwähnt, dass Falckenhagen auf Empfehlung von Weimar nach
Gotha gekommen wäre, was aber zweifelhaft bleibt, da – wie
unten dargestellt – er erst ab Herbst 1728 in Weimar auftaucht.
Warum Falckenhagen die Stelle in Gotha nicht bekam, ist nicht
bekannt, vielleicht wollten beide, er und seine Frau, eine Stelle
haben was dem Hofe zu teuer war. Lautenist wurde dann Ernst Gottlieb
Baron, der aber nach kurzer Zeit zu Friedrich II nach Potsdam ging,
und Gotthold Diestel ab November 1739 als Lautenist in Gotha tätig
ist seine Stelle einnahm.
In Jena – wie
einige Autoren behaupten – konnte Falckenhagen nicht
nachgewiesen werden. Allerdings ist sein Aufenthalt zwischen 1726 und
1728 (da wird dem Ehepaar Falckenhagen das geschuldete Weißenfelser
Gehalt bestätigt) bis zur Weimarer Zeit ungeklärt, so dass
vielleicht in dieser Periode Konzertreisen zu verschiedenen Höfen
und Orten anzunehmen sind und so auch ihre Anwesenheit in Jena
möglich wäre. Wenn, wie bereits erwähnt, die
Biographie bei Walther authentisch ist, müßte die Aussage
auch zu Jena stimmen. Auf jeden Fall ist Falckenhagen ab Michaeli (=
29. September) 1728 in Weimar. Seine Frau scheint aber dort nicht
mehr offiziell als Sängerin tätig gewesen zu sein, denn
eine Anstellung hatte sie nicht. Interessanter Weise gibt es in
Weimar eine Huldigungskantate von ihr, die sie anläßlich
der Rückkehr (von einer Reise ?) Ernst-August von Weimar am
21.1.1730 verfasst hat. Leider ist die Musik dazu nicht überliefert.
In Weimar werden dem
Ehepaar noch zwei Kinder geboren, die aber beide nicht lange lebten.
Das hohe Ansehen, das die Falckenhagens genossen, zeigt sich in der
Patenschaft der Weißenfelser Herzöge für eines dieser
Kinder. Über die Weimarer Zeit ist nichts weiter bekannt, doch
wirkten dort – wie schon dargestellt – u.a. Johann
Pfeiffer von 1720 bis 1734, der mit Falckenhagen dann später in
Bayreuth eine führende Stelle einnahm. Er könnte Pfeifer
aber auch bereits aus dessen Geraer Zeit gekannt haben.
Wichtig für seine
biographischen Angaben ist aber Bachs Patensohn, Johann Gottfried
Walther, der Sohn des Weimarer Organisten. Dieser gab 1732 das
bereits erwähnte Musikalische Lexikon heraus, und schon
Hans Joachim Schulze wies wohl zu Recht daraufhin, dass Walther
sicherlich die Angaben von Falckenhagen direkt bekommen haben müßte,
womit diese autobiographischen Charakter hätten.
Mit der Michaeli
Rechnung , er wird als am15. August abgereist vermerkt, scheidet
Falckenhagen 1732 aus weimarischen Diensten aus und lebt bis zu
seinem Tode dann in Bayreuth. Seine Frau scheint ihm aber wohl erst
später nachgefolgt zu sein, denn die am 2. August dieses Jahres
geborene Tochter stirbt am 1. September und wird in Weimar begraben,
so dass der Umzug der Familie erst danach erfolgt sein kann.
Bayreuth
Eigentlich läßt
sich Falckenhagens Schaffen erst ab diesem Zeitpunkt erkennen, wobei
auf die Datierungsfrage später noch einzugehen ist. Über
sein Leben in Bayreuth wissen wir allerdings auch nur relativ wenig.
Im Etat von 1733 taucht er als Mitglied der Hofbande auf, das würde
bedeuten, dass er vom Markgraf Georg Wilhelm Karl eingestellt wurde,
denn das Kronprinzenpaar Friedrich und Wilhelmine verfügte noch
nicht über eigene Geldmittel aus der Staatskasse. Da das
Dokument den Vermerk „wird aus der Schatul saliert“
trägt, könnte allerdings auch die Privatkasse des
Erbprinzen gemeint sein.
Aus der Korrespondenz
der Markgräfin Wilhelmine mit Friedrich II. läßt sich
einiges herauslesen, aber mit Namen nennt sie leider nur wenige
Musiker und Falckenhagen ist nicht darunter. Noch ein anderer Umstand
ist bedauerlich: Die Briefe sind dem letzten Krieg zum Opfer
gefallen, und leider hat Gustav Berthold Volz nur Auszüge
gebracht, und dabei Wert auf geschichtliche Zusammenhänge
gelegt, so dass vermutlich manche für die Musikforschung
wichtige Stelle für immer verloren ist.
Aus folgenden Briefen
können wir auf Falckenhagen schließen. Die erste Stelle an
der er gemeint sein müßte steht im Brief vom 18. Oktober
1732. Dort heißt es: „Ich widme mich jetzt wieder der
Musik, die ich seit meinem Hiersein sehr vernachlässigt hatte.
Der Geigenspieler( Hofmann ? ) tut Wunder; ich bringe ihn mit
...auf der geplanten Reise nach Berlin;, ebenso den
Lautenspieler, der sehr gut spielt und auch hübsch komponiert.“
Im Brief vom 12.
September 1733: „meine Ohren sind durch all die Katzenmusik,
die ich täglich höre, ganz wund. Trotzdem haben wir die
Acquisition zweier Waldhörner gemacht, die reizend zur Laute
begleiten!“ Wer hier die Laute spielte, ob sie selbst oder
Falckenhagen, ist offen. Vielleicht ist die Komposition „Quart[teto]
m[it] V[ioline] u[nd] Horn“ von
ihm, die Breitkopf 1836 auf der bekannten Auktion anbietet, bei
dieser Gelegenheit entstanden.
Schließlich am
17. Oktober 1733: „Ich habe wieder Bekanntschaft mit Prinz
Dickbauch [ihre Laute], dem ergebenen Diener der Princesa
[Friedrichs Flöte], gemacht und ihn so gut gezogen, daß
ich Großes leisten werde. Ich fange demnächst mit dem
Generalbaß an; mein Lehrer ist sehr tüchtig. Ich will ihn
nach Dresden schicken, damit er Weiß hört, und wenn du
befiehlst, kann er einen Abstecher nach Ruppin machen!“
Hier kann nur Falckenhagen gemeint sein, ob er die Reise gemacht hat,
ist nicht bekannt.
Ein gewiss großer
Schicksalsschlag trifft den Lautenisten am 3. März 1734 als
seine Frau Johanna Emilia stirbt. Wenn es auch nirgendwo erwähnt
wird, so ist sie doch mit Sicherheit mit ihrem Mann zusammen
aufgetreten und so mag ihm der
Tod auch künstlerisch ein Verlust gewesen sein.
Karl Hartmann nennt
eine Urkunde aus dem Jahre 1736 in der Falckenhagen als „Virtuosbr>simo auf der Laute
und Cammermusikus im Range nach dem Capellmeister Pfeiffer“
genannt wird. Zwei Dokumente aus Falckenhagens persönlicher
Umgebung sind uns in der bereits genannten Korrespondenz mit Louise
Adelgund Wilhelmine Gottsched aus Leipzig erhalten geblieben. Der
eine, vom 25. Oktober 1738, wurde in Nürnberg geschrieben, der
andere, vom 22. März 1739, in Bayreuth. Letzterer erwähnt
einen Besuch in Leipzig, so dass wir zumindestens wissen, dass er
1738 in Nürnberg und Ende 1738 oder Anfang 1739 in Leipzig war.
In einem Brief vom 23.
Oktober 1739, schreibt Wilhelmine: Unsere arme Kapelle ist sehr
lückenhaft geworden. Fast alle sind abwesend oder todkrank und
meine hungrigen Ohren haben seit lange nichts Gutes mehr gehört.
Ob sie damit auch Falckenhagen gemeint hat, bleibt unklar. Wäre
er im August erneut in Leipzig gewesen, so hätte er dort auch
Weiß und Kropfgans treffen können, denn das berühmte
Treffen bei Bach wird in einem Brief vom 11. August 1739 erwähnt.
Am 9. Februar1740
heiratet Falckenhagen die Witwe eines Bayreuther Professors Charlotte
Eberhardine Hoffmann, geborene Mayer. Damit wird er Bayreuther
Hausbesitzer, denn seine Frau bringt das Haus in der damaligen
Judengasse (heutige von Römerstrasse) mit in die Ehe. Zwei Jahre
darauf wird ihnen ein Sohn Namens Adam geboren. Als Taufpate tritt
der Landschaftsrat Adam Miedel auf, über den schon gesprochen
wurde. Falckenhagens Frau Charlotte stirbt noch im Kindbett am 17.
Mai 1742. Noch einmal ist der Name Falckenhagen in den Kirchenbüchern
zu finden, nämlich bei der Hochzeit seiner Tochter Johanna mit
dem Hofbeamten Johann Redlich am 12. September 1752.
Am 6. Oktober 1754
stirbt Adam Falckenhagen und wird auf dem Johannes-Friedhof in
Bayreuth beigesetzt. Seine Grabstätte ist nicht erhalten. Leider
ist uns auch keine Leichenpredigt überliefert, Im Lexikon
baierischer Tonkünstler war vermutlich durch die Verwechslung
mit dem Todesdatum von Johann Pfeifer, das Sterbejahr 1761 für
Falckenhagen gedruckt. Alle späteren Autoren, wie z.B. Hans
Neemann, Kurt Dorfmüller, Wolfgang Boetticher, Hans Radke aber
auch das Riemann-Musiklexikon übernahmen diese Angabe ohne
Prüfung.
Bernhard Joachim Hagen
Einer der zu Unrecht
wenig beachteten Musiker dieser Zeit, ist Bernhard Joachim Hagen,
dessen musikalisches Schaffen erst in der letzten Zeit bekannter
geworden ist. Obwohl schon vor dem Zweiten Weltkrieg Stücke von
ihm gedruckt wurden, lag doch erst 1983–1984 das Werk Hagens
insgesamt in einer modernen Veröffentlichung vor. Außer
den bereits bei Falckenhagen genannten Lexika wurde im Zuge der
Herausgabe der Gesamtausgabe auch ein erster Versuch zur
biographischen Zusammenfassung von Irene Hegen gemacht und auch Per
Kjetil Farstad nahm sich des Themas an.
Der Geburtsort Hagens,
der immer mit Hamburg angeben wird, ließ sich bisher nicht
bestätigen. Da sein Bruder Peter Albert (von/van) Hagen in zwei
Dokumenten als aus Königslutter bezeichnet wird, wäre auch
das eine Möglichkeit, das Bernhard Joachim Hagen dort geboren
ist, die aber auch sich nicht betätigt hat. Von seinem
Todesdatum zurück gerechnet müßte Bernhard Joachim
Hagen im März des Jahres 1721 geboren sein, denn der
Sterbeeintrag in Ansbach vom 9. Dezember 1787 nennt ihn 66 Jahre und
9 Monate alt.
Seine Vornamen werden
bei Gerber Joachim Bernhard, sonst immer Bernhard Joachim
geschrieben. Da auf den Vorsatzblättern der Augsburger
Tabulaturenfascikel B. J. Hagen steht, sollte das schon die
richtige Reihenfolge sein.
Mit ca. 17 Jahren kommt
Hagen 1737 nach Bayreuth. Da sein Bruder, Peter Albert van Hagen (
auch "von "Hagen), in einem Gedicht von Frans de Haes als
Lautenspieler und Geiger gelobt wird, könnte der Bruder sein
erster Lehrer gewesen sein. Gerber erwähnt van Hagen als
Organist zu Rotterdam und Burney qualifiziert ihn als ausgezeichneten
Geiger, der bei Geminiani Schüler war. Ab 1731 ist Albert Peter
van Hagen in Rotterdam nachweisbar und Sittard weist 1740 ein Konzert
von ihm in Hamburg nach.
Auf welche Weise
Bernhard Joachim Hagen nach Bayreuth kam läßt sich nicht
klären, aber er wird hier in bemerkenswerter Weise gefördert.
Kapellmeister Pfeiffer erhält finanzielle Mittel für die
Ausbildung des jungen Mannes. So zeigen die Archivalien des Bamberger
Staatsarchives folgendes Bild:
6. Dezember 1737: „20
fl 24 Kr zur nöthigen Anschaffung allerhand Kleinigkeiten vor
dem jungen Musico Hagen, Herrn Capellmeistre Pfeifer bezahlt.“
15. Juli 1738: „49
fl 12 kr uf das gegenwärtige 2. Quartal vor dem jungen Musico
Hagen, Herrn Capellmeistre Pfeifer bezahlt.“
8. November 1738 und
12. Mai 1739: „30 fl cost-Quartier und Wäschegeld uf
vierdte Quartal, vorgedachtem Hagen, Herrn Capellmaister Pfeifro
bezahlt. 19 fl 12 kr zur Erlernung der Sprachen und anders, vor dem
jungen Musico Hagen.“
Daraus geht hervor,
dass das Markgrafenpaar sich seine Musiker selbst heranzog und nicht
nur von anderswo engagierte. Wilhelmine schreibt in ihrem vormals
schon zitierten Brief Anfang Dezember 1737: „Der Markgraf
hat mir endlich die Leitung der Oper übertragen [...] Dafür
habe ich einen Sänger und eine Sängerin aus Italien
verschrieben und gebe mir alle Mühe, einen guten Geiger zu
bekommen, den wir nötig brauchen, und einen anderen zur
Begleitung [...]!“Ob damit Hagen in Verbindung
gebracht werden kann?
Diese Tatsachen,
nämlich die Aufwendungen für sein Unterricht sowie
Wilhelmines Brief – vorausgesetzt, dass der wirklich Hagen
betrifft – scheinen Claude Chauvels Ansicht zu widersprechen,
dass Hagen nicht die Anerkennung fand die er verdient hätte.
In den Adresskalendern
wird Hagen als Cammermusicus geführt, oder als Violinist. Als
Lautenist wird er hingegen nie erwähnt. Da er mit ca. 17 Jahren
nach Bayreuth kam, sollte man annehmen, dass er auch noch Unterricht
auf der Laute erhielt und sein Lehrer müßte folgerichtig
Falckenhagen gewesen sein.
1745 heiratet Hagen in
Bayreuth Anna Fikentscher. Nach neueeren Forschiungen vonIrenen
Hegen, Bayreuth hatte das Ehepaar einige Kinder. In der Jahren 1760
und 1761 konzertiert er in Rotterdam mit seinem Bruder und seiner
Nichte als Sängerin. Im Rotterdamsche Courant finden sich
folgende Informationen darüber:
1760 No.: 141 (22.
November 1760): „Heden den 22 November, sal Mademoiselle
Rosette Baptist op't Concert by P. A. v. Hagen, soo Italiaanse als
Franze Arias zingen, en de beroemde Luyterist B.J.v. Hagen, by sijn
Hoogvorstel. Doorl. Den Markgrave van Brandenburg Bareyth, sal sig op
de Luyt laten hooren.“
1760 No.: 144 (29.
November 1760): „Heden den 29 November, sal Mademoiselle
Rosette Baptist op't Concert by P. A. v. Hagen, soo Italiaanse als
Franze Arias zingen, en de beroemde Luyterist B.J.v. Hagen, Kamer
Musicus by sijn Hoogvorstelyke Doorlugtigheyd den Markgrave van
Brandenburg Bareyth, sal een Concert en Trio op de Luyt speelen.“
1761 No.:2 (3. Januar
1761): „sal Mademoiselle Rosette Baptist op't Concert by P.
A. v. Hagen zingen, en de beroemde Luyterist B.J.v. Hagen, Kamer
Musicus by sijn Hoogvorstelyke Doorlugtigheyd den Heere Markgrave van
Brandenburg Bareyth, op de Luyt spelen.en een Conccert op de Viool
speelen.“
1761 No.: 26 (26.
Februar 1761): „Op heden den 28 February, in 't laaste
Inschryving Concert by P.A.v. Hagen, sullen de twee Broeders v.
Hagen, een Trio op twee Luyten speelen, en het beroemde Sabat Matar
sall gesongen werden.“
1761 No.: 30 (10. März
61.) und No.: 31. (12. März 1761): „Op Zaturtag den 14.
Maart, sal B.J.v. Hagen, op de Luyt, Vioolen Callicioncino sig laten
hoooren; Mademoiselle Rosette Baptiste sal zingen, en het Dogtertje
van P.A. v. Hagen, een Concert Carillon op Glaasen, en een Concert op
de Viool speelen.“ Diese Hinweise sind dankenswerter Weise
von Thomas Windt, Utrecht gekommen.
Mit dem Tode Friedrich Christians fiel die Markgrafschaft Bayreuth an
Ansbach und das Personal der Hofkapelle wurde 1769 mit wenigen
Ausnahmen dorthin übernommen. Hagen starb 9. Dezember 1787 ohne
das wir über sein Leben in Ansbach weitere Nachrichten hätten.
Paul Charles Durant
Über diesen, nach den wenigen erhaltenen Werken zu urteilen,
hervorragenden Musiker wissen wir inzwischen Dank der Forschungen von
Peter Kiraly viel mehr, als noch vor einigen Jahren. Durant stammte
offensichtlich aus Ungarn. Er war wahrscheinlich der 1712 als Paul Karl
getaufte Sohn des Pressburger Kirchenmusikers Aloys Anton Durant oder
Turant (1677–1733), der zwischen 1707/1710 und 1722 als Lautenist und
Tenorist bei den Fürsten Esterházy in Ungarn als Hofmusiker diente. Auf
einen Hinweis von Hans Radke fand sich in Mannheim eine Spur, wo bereits
1739 ein Hofmusikus und churfürstlicher Kutscher Paul Durang zur Miete
in der nähe des Schlosses wohnte. Definitiv läßt Paul Charles Dourant
1744–1745 in Mannheim als Lautenist nachweisen 1747 konzertierte er am
23. und 26. Juni sowie am 4. Juli in Frankfurt. 1757 ist dann Durant in
Bayreuth als Kammerlautenist angestellt für einige Jahre bis zur
Auflösung des Hofes im Jahre 1769. Da er nicht mit nach Ansbach
übernommen wurde, verliert sich seine Spur.
Datierung
und Standorte der Lautenmusik von Falkenhagen, Durant und Hagen
Die
Falckenhagen-Drucke:
Op.
I, Sonate di Liuto solo, gewidmet Markgräfin Wilhelmine.
Exemplare:
Leipzig, Musikbibliothek der Stadt, III.10.22
London, British Library, K 5614
Regensburg,
Bischöfliche Zentralbibliothek, A.N. 636
Rostock,
Universitätsbibliothek, XVIII 14.1. (das Exemplar gilt als
verschollen)
Op.
II, Sei Partite a Liuti Solo, gewidmet Königin Sophie
Exemplare:
Berlin,
Staatsbibliothek, Mus. 15499
Brüssel, Bibliothek de Conservatoire , 5623 W
London, British Library, L7
Op.
III, Sei concerti, gewidmet Baron von Burgdorf (Haffner, Druck
Nr. I)
Exemplar,
ohne Streicherstimmen
Warschau,
Universitätsbibliothek, SDM 992
Op.
IV, Sei Concerti, gewidmet Herzog Ernst August von Weimar
(Haffner, Druck Nr. III.)
Exemplar:
Weimar,
Zentralbibliothek der Deutschen Klassik, M 8 27 a+b
Ohne
Op. Zahl, Erstes Dutzend erbauungs voller geistlicher Gesänge,
gewidmet, Königin von Dänemark (Haffner, Druck Nr. XXII)
Exemplare:
Brüssel, Bibliothek de Conservatoire , S 15,131
London, British Library, H 56-K5P13
Handschriftlich
überlieferte Werke
Augsburg,
Staats-und Stadtbibliothek, Tonkunst 2° Fasz. III
Brüssel,
koninglijke Bibliothek Albert I, Ms. II 4086
Haslemere, Dolmetsch Bibliothek MS II.B.2
Leipzig,
Musikbibliothek der Stadt, Ms. III..11.64
London, British Library, Ms. Add 31698 („Straube“ Ms.)
München,
Staatsbibliothek, Ms. Mus. 5362
Nürnberg,
Germanisches Nationalmuseum, Ms. 25461
Rostock,
Universitätsbibliothek, Mus. saec. XVIII 65.6.k
Pannonhalma,
Főapátsági könyvtár (Abteibibliothek),
Musicotheca Jesuitica, 156/b
Außerdem
gehören hierzu noch die Incipits im Supplement-Katalog des
Verlages Breitkopf in Leipzig von 1767.
Die
exakte Datierung der fränkischen Lautenmusik, d.h. derjenigen
Tabulaturen, die mit dem Bayreuth-Erlanger bzw. Nürnberg-Ansbacher
Raum in Verbindung stehen, ist schwierig. Außer den Drucken
stehen nur zwei Quellen in direktem Zusammenhang mit der Hofmusik in
Bayreuth und Ansbach und der Stadt Nürnberg: Die Sammlung der
Augsburger Staats- und Stadtbibliothek Tonkunst 2° Fasz. III. und
die Manuskripte des Germanischen Nationalmuseums Ms. 25461 (zwei
Bände unter einer Signatur). Natürlich finden sich die
Kompositionen von Falckenhagen und Durant, wie aufgezeigt, in vielen
anderen Tabulaturen, doch ist ein direkter Zusammenhang dieser
Quellen mit Franken nicht zu belegen. Einzig zwei Werke Hagens sind
mit Datum versehen Concerto in A Dur, No 1, trägt das Datum vom
20. Januar1759 und sein Solo in F Dur, No. 69, vom 24. Februar 1768
Die
Werke Adam Falckenhagens als des ältesten der hier
interessierenden Musiker können nur indirekt datiert werden. Als
seine wohl früheste überlieferte Komposition erscheint die
Partie B-Dur, die einmal mit den ersten zwei Sätzen Allemande
und Courant (allerdings ohne Titelüberschrift) in
Nürnberg Ms 25641, sowie mit der Courante (hier fehlt
aber die Allemande) und weiter Menuett, Pastorelle
und Gigue in dem Dolmetsch-Manuskript (Ms. II B.) enthalten
ist. Die letztere Handschrift zeigt sich als eine Quelle, die Werke
fast aller Lautenisten der Spätzeit enthält darunter
natürlich Weiß. Da Durant unter den Autoren der Jüngste
ist sollte das Dolmetsch-Manuskript nicht vor 1745 begonnen worden
sein, eher sogar später..
Die
Nürnberger Quelle (Ms. 25461) ist für den Zeitgeschmack,
wie er um die Mitte des 18 Jahrhunderts eben in Franken herrschte,
ein gutes Dokument. Eigentlich sind es zwei Lautenhandschriften die
mit einem Bleistiftvermerk als Bayreuth 1750 ausgewiesen
werden. Da aber der Schreiber dieser Notiz, wie auch die eigentliche
Herkunft der Sammlung, unbekannt sind, ist diese Aussage nicht zu
verwerten. Besser geeignet ist zur Datierung und Herkunftsbestimmung
der Inhalt. Der Beginnt mit einer Stimmungs- und Verzierungstabellen,
die aus dem Breitkopfschen Druck von Beyers Sätzen zu Gellerts
Oden von 1760 abgeschrieben zu sein scheint. Die Arie O Jüngling
sei so ruchlos nicht ist für einen Text von Lessing (Die
Gespenster) komponiert, der sich auch nur ungefähr in diese
Zeit datieren lässt. Weiter sind die Arien von Sperontes zur
Datierung tauglich, allerdings auch nur sehr vage, da diese ab 1736
in mehreren Auflagen erschienen sind, so dass eine Zuordnung derzeit
Spekulation wäre.
Bei
den beiden Büchern der Nürnberger Sammlung könnte es
sich um die Tabulaturbücher von Lautenschülern handeln,
dafür sprechen u.a. die schon erwähnten Tabellen der
Stimmungen und Verzierungen, sowie auch einige Kadenzen in
verschiedenen Tonarten im ersten Band, die sehr an Hagen erinnern,
während der zweite Band vor allem leichtere Stücke
beinhaltet. Bei beiden müßte natürlich auch an
Schüler von dem Nürnberger Johann Ullrich Haffner gedacht
werden. Da er ja Zugriff auf die Falckenhagen Werke hatte – die
Sammlung enthält z.B. Sätze aus Falckenhagens Op. II. –
könnte er diese auch an seine Schüler weitergereicht haben.
Wichtig erscheinen aber Stücke, wie die Partie in B-Dur
von Falckenhagen, sowie noch einige weitere von ihm, die in
Schönschrift kalligrafisch gestaltet sind. Es hat den Eindruck
als ob der oder die Schreiber/in eine gedruckte Vorlage der Werke
kopiert hätte. Vielleicht aus den bisher vermissten Drucken
Falckenhagens. Vielleicht die Sonata a Liuto solo oder aus den
Menuetten, aber auch die geänderte Auflage von Op II käme
in Frage. In der Anzeige von 1739 wird“ statt der sechsten,
einer ganz neu componierten Partie“ angekündigt.
Die
zweite hier wichtige Quelle ist die in der Augsburger Staats-und
Stadtbibliothek verwahrte Sammlung von Solowerken und Kammermusik für
Laute. Küffners Versuch mit Hilfe der Wasserzeichen zu einer
Aussage zu kommen schlugen fehl.
Der
Initiator der Sammlung des Fasz.III war entweder Hagen selbst, oder
ein Freund, oder Verehrer seiner Kunst, denn über Hälfte
des Inhalts stammt aus Hagens Feder. Alle Werke sind sauber
beschriftet in Hüllen aus demselben Papier gelegt und vor allem
der erhaltene Originalkatalog zeigt eine systematische Ordnung an.
Nur wenige Stücke sind offensichtlich später noch dazu
gekommen, und mit flüchtiger Schrift verzeichnet worden, oder
gar nicht mehr im Katalog erwähnt. Das könnte auf eine
gewisse Eile bei dem Beenden der Arbeit an der Sammlung hindeuten
vielleicht dieAbreise nach Ansbach 1769
Der
Katalog ist systematisch nach Tonarten von A-Dur / moll beginnend bis
g-moll durchstruckturiert. Die Zählung reicht bis 86, doch sind
nicht alle Nummern belegt, so dass es scheint, dieser Katalog war auf
Zuwachs berechnet. Es sind tatsächlich nur 47 Stücke
verzeichnet. Allerdings enthält die Sammlung, wie erwähnt,
einige Konvolute mehr, wodurch das moderne Verzeichnis auf insgesamt
56 Einheiten kommt.
Dass
die Augsburger Sammlung systematisch geplant war zeigt die Tatsache,
dass die Belegung der Nummern nicht der Reihe nach erfolgte, sondern
Nummern offen blieben, so als hätten die fehlenden Werke noch
eingetragen werden sollen. So fehlt z.B. bei A-Dur die Nummern 3, die
6 und die 10. Während der Schreiber des Kataloges alle Nummern
sorgfältig geschrieben hat, sind einige Stücke von einem
anderen Schreiber oder aber vom selben nur in flüchtiger Schrift
nachgetragen worden. Das sind die Nr.: 19, alte Nummerierung /11
moderner Katalog (Quartetto in B-Dur von Seckendorf) Nr.: 30/17 (ohne
weitere Angabe, auf dem Umschlag als Thema con Variatione
bezeichnet) Nr.: 65/36 (Trio in F-Dur von Haydn) und Nr.: 70/41
(Concerto in F-Dur von Toeschi). Aber auch diese offensichtlichen
Nachträge sind nicht in der Reihe geschrieben. So steht das
Seckendorf-Quartetto z.B. als Nr. 19 während 18 frei ist.
Bei
den nicht numerierten Arbeiten handelt es sich um Werke von Haydn,
sowie um je eine Komposition von Falckenhagen und Kleinknecht bzw. um
vier lose oder geheftete Sammlungen einzelner Stücke. In
letzteren sind einige Werke mehrfach vertreten, davon viele
Vokalkompositionen, zum Teil mit Textanfängen oder unterlegtem
Text, dann aber auch nur mit Tempobezeichnungen, so dass wohl noch
eine Reihe von Liedern unerkannt darunter sein mögen.
Der
älteste Lautenist ist Mouton der in den Sammelheften vertreten
ist. Als jüngster Komponist sollte Karl Sigismund Freiherr von
Seckendorf gelten. Er wurde am 26. November 1744 geboren und wuchs in
Bayreuth auf. Von 1761–65 diente er in der Österreichischen
Armee und bekleidete dann eine militärische Stelle auf Sardinien
von der er 1775 nach Weimar und später dann nach Ansbach ging.
Wann sein Quartetto entstanden ist läßt sich nicht
klären, aber in die Sammlung könnte es eigentlich erst nach
1775, als er dann in Ansbach war, gekommen sein – allerdings
unter der Voraussetzung, er war in der Zwischenzeit nicht in Franken,
oder das Stück kam auf anderem Wege in die Sammlung.
Besonders
auffällig ist, dass in dem Augsburger Konvolut kein einziges
Werk der Berliner Komponisten zu finden ist. Vor allem Baron müßte
doch bei der engen Beziehung der Wilhelmine sowohl nach Berlin als
auch zur Laute eigentlich vertreten sein. Aber auch Graun und andere
Musiker vermisst man. Vielleicht lassen sich ja einige der bisher
nicht identifizierten Arien einem dieser Vermißten zuweisen.
Wichtig
ist für Falckenhagen die Nr. /51, Preludio Nel quale sono
contenuti tutti i tuoni musicali. Diese Komposition steht
nicht im alten Katalog. Es könnte sich bei der Nr. /51 sehr wohl
um ein Autograph handeln. Ein Hinweis könnte man darin sehen,
dass die Mensurzeichen in dem Preludio noch in der älteren
Weise geschrieben sind, während sonst in der gesamten
Handschrift normale Notenzeichen verwendet wurden. Vielleicht ist
hier eine Verbindung zu der Nürnberger Tabulatur Ms. 25461/1 zu
vermuten, denn dort sind mit einer Ausnahme die Falckenhagenschen
Werke mit den gleichen, geschwungenen Zeichen geschrieben. Das läßt
auf eine ähnliche Vorlage schließen, die der oder die
Schreiber/in benutzt hat. Möglich wäre auch ein
Zusammenhang mit der erwähnten Neuauflage des Op 2, in dem ja
Präludien angekündigt wurden.
Leider
lassen sich die schon erwähnten zwei Briefe von Falckenhagen an
Adelgund Gottsched, beide sind offensichtlich von verschiedenen
Schreibern, und auch die Unterschrift sieht jeweils etwas anders aus,
nicht als Handschriftenprobe benutzen. Vielleicht wurde der
Bayreuther Brief von 1739 von einem Hofschreiber gefertigt. Wenn man
Hans Joachim Schulzes Darstellung folgt, könnte Falckenhagen an
den Leipziger Bachtabulaturen gearbeitet haben, aber diese
Handschrift sieht doch wiederum anders aus.
Die
Komposition Nr. /51 muß natürlich vor 1754, dem Sterbejahr
Falckenhagens entstanden sein. Da das Datum von Nr. 1/1 (Hagens
Concerto in A-dur) der 20. Januar 1759 ist, sollte wohl die Sammlung
nicht vor diesem Datum begonnen worden sein, trotz der offenen
Nummern. Ob die Augsburger Sammlung aber in Bayreuth (das wäre
bis 1769) abgeschlossen war, oder dann in Ansbach weiter geführt
wurde, läßt sich nicht sagen. Die meisten Musiker lassen
sich zwar zwanglos in diesen Zeitrahmen, d.h. 1759–1775
einreihen, doch hilft das nur wenig weiter. Wie hier dargestellt
zeigt sich recht deutlich, dass der zeitliche Rahmen für
Lautenisten leider so weit gestreckt ist, dass sich die zeitliche
Einordnung der Fränkischen Lautenmusik in Handschriften nur auf
„um die Mitte 18. Jahrhundert“ festlegen läßt.
Die Datierungsfrage bedarf also noch eingehender Studien.
Auch
der Weg der Tabulaturen und dazugehörigen Stimmen nach Augsburg
ist völlig ungeklärt. Zwar stammt der Bibliothekar
Schletterer, der im 19. Jahrhundert in Augsburg wirkte, aus Ansbach,
doch sind alle aus seinem Besitz stammenden Bücher u.ä. als
solche vermerkt. Eine andere Quelle wäre die, schon erwähnte
Familie Buirette von Ohlefeld, denn aus der Bibliothek von
Öttingen-Wallerstein stammen einige heute in Augsburg verwahrt
Musikalien die auf einigen Noten dieser Sammlung der Vermerk „von
Buirette“ haben. Ein Hinweis auf die Lautenmusiksammlung des
Fasz.III. läßt sich aber nicht finden. Alle diese Wege
lassen sich bisher nicht oder nicht schlüssig beweisen. Die
Nürnberger Musikalienhändler, allen voran Haffner hatten
gute Geschäftsverbindungen nach Wien und so lassen sich
Falckenhagens Werke im Wiener Diarium verschiedener Jahre nachweisen.
Es läßt sich vermuten, dass das Konzert in Ungarn über
den Wiener Handel dorthin, zu den Jesuiten von Győr (Raab),
gelangt ist. Alle drei Lautenisten, Falckenhagen, Hagen und Durant
sind bei Breitkopf verlegt worden, wie die vorher erwähnte
Supplement Kataloge beweisen, und auch in dem Auktionskatalog von
1836 finden sie sich unter allen damals bekannten Lautenisten
vertreten. Falckenhagen kommt mit 7 Concerti für Laute und
Streichquartett, 1 Quartteto mit Laute, Violine und Horn; 3 Duette
für zwei Lauten, 3 Werke Laute und Klavier sowie 9 Soli vor. Von
Hagen werden 4 Konzerte mit Laute 2 Violinen und Baß, 1 Trio
mit Laute, Violine und Violoncello sowie 6 Soli angeboten. Durant ist
mit 1 Solo, 2 Duetten für Laute und Violine, 1 Konzert für
Laute mit Streichquartett, 1 Konzert mit Laute und Orchester, 11
Kammermusikwerken für Laute mit Violinen oder Flöten und
Baß vertreten. Insgesamt wurden damals die Kompositionen von 33
Lautenisten versteigert. Die meisten von diesen Musikalien sind heute
verschollen. Die von dem belgischen Wissenschaftler Fetis gekauften
Werke sind in der königlichen Bibliothek Albert I in Brüssel
erhalten, und auch der Leipziger Organist Becker hat einiges
ersteigert, das befindet sich heute in der Musikbibliothek der Stadt
Leipzig aufbewahrt.
Interessant
ist in diesem Zusammenhang, dass offensichtlich die
Musikaliensammlung der Adelgund Gottsched über Breitkopf mit in
die Versteigerung kam, denn einige der Manuskripte in Brüssel
tragen ein LAVG (Luise Adelgunde Vilhelmine Gottsched ) als
Besitzerzeichen.
Die
Lautenmusik ist also auf jeden Fall bis weit über die Mitte des
18. Jahrhunderts hinaus so beliebt gewesen, dass sie auch einen
beachtlichen Wirtschaftsfaktor bedeutete. Die Versteigerungen der
Firma Breitkopf – wie auch die Angebote von Haffner, der
„Lautenconcerten, Trio und Solo reinlich und accurat
geschrieben” aus seinem „großen Vorrath”
anbietet – zeigen eine Praxis auf, die bei Musikalien
damals häufig angewandt wurde, nämlich die handschriftliche
Kopie anstelle des aufwendigen Druckes, besonders bei mehrstimmigen
Werken. Diese Ausführungen zeigen, dass es natürlich auch
andere Quellen für die Augsburger Sammlung geben könnte,
doch scheint alles soweit entfernt zu liegen, dass wohl die
Entstehung im Fränkischen Raum, sprich Bayreuth; Ansbach oder
Nürnberg liegen sollte.
Datierung
der gedruckten Werke Falckenhagens
Die
gedruckten Werke Falckenhagens sind leider nicht eindeutig zu
datieren, doch lassen sie sich so weit eingrenzen, daß sie
sicher aus seiner Bayreuther Zeit stammen
Als
erstes muß darauf hingewiesen werden, dass wir bei diesen
Drucken nur von einer recht geringen Auflage auszugehen haben. Da die
Druckplatten im Kupferstich hergestellt wurden, entsteht durch den
Schnitt des Stichels ein Grat an einer Seite der Linie. Diese Grate
wurden dann vor dem Druck normalerweise entfernt, aber wie die Drucke
zeigen, nicht so exakt wie es eigentlich handwerklich richtig gewesen
wäre. Das bietet aber für uns die Möglichkeit,
abzuschätzen als wievielter Druck dies oder jenes Exemplar
hergestellt wurde. Denn der Grat nutzt sich bei dem weichen Kupfer
durch den Farbauftrag, den Putzvorgang und den folgenden Druck
relativ schnell ab. So kann man davon ausgehen, dass nach etwa 20 bis
25 Drucken dieser Grat weitgehend verschwunden ist. Dafür
bekommt aber die Platte durch das Reiben beim einfärben und beim
Putzen Kratzer, die sich bei jedem Druck mehren. Bei den von mir
geprüften Exemplaren der Falckenhagen-Drucke waren die Grate
weitgehend gut zu sehen und die wenigen Kratzer konnten auch auf
einigen gleichbleibend nachgewiesen werden. So müßte damit
gerechnet werden, dass vielleicht nur erst einmal 10 Hefte gedruckt
wurden und die anderen dann „on demand“ – wie man
heute sagen würde. Diese Folgerung bestätigen die immer
wieder auftauchende neuen Inserate in der damaligen Presse.
Da
die Drucke selber keine Jahresangaben tragen, orientieren sich die
verschiedenen Untersuchungen zur Datierungsfrage einmal an den
Messekatalogen von Frankfurt a.M. und Leipzig, als auch an
verschiedenen Zeitungsannoncen und Katalogen des Musikhandels. Den
wichtigsten Beitrag für das vorliegende Thema liefert Horst
Heussners Studie über Nürnbergs Musikalienhandel. Heussner
stützt sich hauptsächlich auf Anzeigen im Nürnberger
Friedens- und Kriegs-Courier von dem aber leider besonders die
Jahrgänge vor 1742 nur spärlich überliefert sind.
Als
Verleger von Musikalien treten neben Buchhändlern vermehrt die
Autoren selber, sowie auch die Kupferstecher/Drucker auf. Das
erleichtert den Überblick leider nicht, denn offensichtlich
haben mal der Verleger, sprich der Händler, mal der Stecher und
Drucker annonciert. Es sind in dem hier interessierende Zeitraum die
Nürnberger Drucker und Verleger Hans Jakob Wolrab, , Peter
Conrad Monath ( um 1683 + 22.02.1744), Johann Wilhelm Windtner
(1717–1760 ), Martin Tyroff (1705–1758 ), Erasmus
Schauer( ab ca. 1740..) und Haffner sowie der schon erwähnte
Kupferstecher Johann Wilhelm Stör. Letzterer arbeitete für
einige der hier genannten Verleger, insbesondere für Haffner. Am
2. September 1737 annonciert Falckenhagen und Stör: „neu
componiertes Opus: Lautenpartien [= Sei Partite a Liuto Solo,
Op. II] werden innerhalb 2 Monaten herauskommen“ und
weiter: „im vorigen Jahr herausgekommen seyn: erstes Opus
Sonaten Op. I [=
Sonate di liuto solo] 4 fl.“. Interessanter
Weise erwähnt Schulze und Kiraly eine Anzeige in der Leiziger
Presse vom 23.05.1739 in dem gesagt wird:" Es soll Hrn. Adam
Falckenhagens, hochfl. Bayreuthische Virtuosen uns
Cammer-Lautenisten, zweytes Opus Lautenpartien bey der anderen
Auflage mit Praeludiis und Fugen, und statt der sechsten, einer ganz
neu componiearten Partie vermehret, binnen 3. Monaten zum Vorschein
kommen, das Exemplar à 4.fl. Rhein. Diejenigen aber, welche
gesonnen, zu praenumerieren, geben nur 2 fl. Welches in Leipzig bey
Hr. Jakob Schustern, Buchhändl. In Nürnberg bey Hr. Joh.
Wilh. Störn, Kupferstecher in der alten Leder-Gasse, und in
Bayreuth beym Autore angenommen wird" Diese ist aber anscheinend
nicht erschienen oder zumindestens nicht erhalten. Es ließe
sich darüber spekulieren, ob die Augsburger Fuge, sowie das
Preludium durch alle Tonarten damit zusammenhängt. Am 16. März
1742 inseriert der Kupferstecher Schauer , der laut Heussner auch für
Stör arbeitete: „werden in 2 Monaten [herauskommen]
6 Sonaten [= VI Sonatinen da Camera a liuto solo, Op.
V]“ unter dem 13. Juni 1742 werden sie als „erschienen“
bezeichnet und mit 1 Fl. 30 Kr ausgezeichnet. Von diesem Druck ist
kein Exemplar bekannt. Am 13. Juni 1742: „wie hernach alle
folgenden zwey Monate 12. Geistliche Lieder mit Manieren und
Variationen auf die Laute“ werden angekündigt für
den Preis von 30 Kr.( auch hier von ist nur der erste Druck bekannt)
Nun stammt aber der Druck von Falckenhagens Erstes Dutzend ...
geistlicher Gesänge eindeutig von Haffner und Stör, und
Haffner inseriert den Druck erst 1746. Es muß hier ungeklärt
bleiben, warum Schauer und nicht Haffner diese Anzeigen gebracht hat.
Leider geben die Daten der Anzeigen und der Vergleich mit den
Plattennummern auch kein klares Bild.
Als
ziemlich eindeutig erscheint das Datum des Op. III (Sei Partite a
Liuti Solo) mit der ersten Plattennummer von Haffner, denn dieser
Druck wird – wie vorher schon dargestellt – im September
1742 annonciert und sollte als erstes Druckerzeugnis Haffners nach
der Verlagsgründung in dem selben Jahre erschienen sein.
Von
Falckenhagens Premier douzaine des Menuetts ist dagegen bisher
kein Exemplar bekannt. Das kann wiederum bedeuten, dass es nie
erschien und nur angekündigt wurde, oder aber den Zeitläuften
zum Opfer fiel. Vielleicht ist das kaligraphisch gestaltete Menuett
aus Ms. 25461 aus diesem Druck abgeschrieben worden, wenn es ihn denn
gab.
Das
gleiche gilt für Falckenhagens 1736 anonnzierte Sonata a
Liuto solo. Es wäre mit Ostern 1736 sein erstes gedrucktes
Werk und müßte eigentlich Opus I. sein, dann wäre
Premier douzaine des Menuetts Op. II., aber erst die Sei
Sonate di Liuto solo, die 1743 erstmals in den Messekatalogen
und im Wiener Diarium angezeigt werden, sind mit Op. I. klariert.
Allerdings erscheinen diese Sonaten schon ca. 1736 erstmals in
Nürnberger Annoncen von Monath. Dieser Druck scheint noch nicht
von Stör gestochen zu sein, denn Störs Name erscheint erst
auf den Platten des Op II. Dies läßt vielleicht auch die
anders gestochenen Notenwerte erklären.
Danach
kam dann der Op. II. im Herbst 1737 heraus. Da nun Haffner im
Nachwort zum Op. III schreibt: „mit der Versicherung, dass
der 2. Theil auf künfftige Leipziger Michaelis Messe, ohnfehlbar
folgen werde“, so sollte der Op. IV. (Sei Concerti)
natürlich entsprechend später erschienen sein. Das deutet
dann doch auf das Frühjahr 1743 oder später hin.
Vom
Op. V. (VI Sonatinen da Camera a liuto solo) hat sich kein
Exemplar erhalten. Schauers Anzeige vom 16. März 1742 kündigt
es an, und danach ist der Druck am 13. Juni 1742 als erschienen
annonciert. Doch bei Hoffmann-Erbrecht liest sich das dann z.T. so:
Haffner inseriert am 7.Sept. 1742 insgesamt 3 seiner ersten
Publikationen, wie erwähnt hatte er 1742 seinen Verlag
gegründet.. Das sind: Plattennummer I, Falckenhagen Op 3 ( diese
Plattennummer war Hoffmann-Erbrecht nicht bekannt); ein Werk von
Giovanni Platti, Op2 ( keine Lautenmusik) ohne Plattennummer und
Falckenhagens Op 4 mit der Plattennummer III, welche
Hoffmann-Erbrecht auch unbekannt war. Plattis Op 1 mit der Nummer II
annocierte Haffner aber erst am 17.9.1742. Hier scheint etwas
durcheinander zugehen, doch da beide Daten dicht beieinander liegen,
hat das keine große Bedeutung. Bei den weiteren Plattennummern
Haffners fehlt die IV und die V. Das kann aber an mangelndem Zugang
Hoffmann-Erbrechts zu den Quellen liegen. Als hier interessierend
steht bei ihm unter dem 30.April 1746 mit der Nummer XXI
Falckenhagens " Geistliche Gesänge" die aber
tatsächlich die Nummer XXII tragen, die für Lichtensteiger
Op 1 ( keine Lautenmusik) angeführt wird. Es kann hier ein
Versehen Hoffmann-Erbrechts vorliegen. Es besteht aber in dieser
Frage noch ein Klärungsbedarf, bevor hier ein abschließendes
Urteil gefällt werden kann, für die Datierungsfrage hat das
aber kaum Bedeutung.
Die
verschiedene vorher genannte Anzeigen der Werke Falckenhagens ergeben
folgendes Bild:
|
1736
|
Göhler, Messekataloge
|
Sonata a Liuto solo
|
|
1736
|
Heussner, Musikalienhandel
|
Op 1
|
|
1736, Ostermesse
|
Göhler
|
Op 1
|
|
2.9.1737
|
Heussner
|
Op 2 wird in 2 Monaten erscheinen
|
|
1738
|
Göhler
|
Premier douzaine
|
|
1739
|
Schulze/Kiraly
|
Op 2 geänderte Auflage
|
|
16.3.1742
|
Heussner
|
Op 5 Ankündigung, Geistliche Gesänge
Ankündigung
|
|
13.6.1742
|
Heussner
|
Op 2. Und 5.als erschienen angezeigt
|
|
7.9.1742
|
Hoffmann-Erbrecht
|
Op 3 erschienen, Op 4 angekündigt
|
|
1743
|
Göhler
|
Op 2
|
|
1743
|
Göhler
|
Op 3, 4, 5
|
|
30.4.1746
|
Hoffmann-Erbrecht
|
Geistliche Gesänge,
|
Die Anzeigen im
Wienerdiarium erscheinen alle verzögert, so daß diese hier
nicht weiter relevant sind. Als ziemlich gesichert kann das Jahr 1736
als Erscheinungsjahr für den Op 1 und die verschollene Sonata
gelten. Op 2 könnte danach dann im Winter 1737 erschienen sein.
Auch die Daten von Heussner und Hoffmann-Erbrecht den Op 3 + 4
betreffend ergänzen sich. So sollte Op 3 danach im Sommer 1742
herausgekommen sein und Op 4 Ende 1742 oder Beginn 1743. Eine Frage
gibt es allerdings dabei. Laut Heussner ist die Anzeige für die
beiden letzten Werke, Op 5 und die Gesänge, von Erasmus Schauer
aufgegeben worden, doch zumindestens die geistlichen Gesänge (
vom Op 5 kennen wir ja kein Exemplar) sind von Stör für
Haffner gestochen worden. Waren hier Konkurrenten am Werk ? Doch
erscheint es nicht recht glaubhaft, daß ein Raubdruck am selben
Ort zur selben Zeit wie der Autorisierte entstanden sein soll. Für
die Datierung ist das aber eher unerheblich, denn 1742/43 ist doch
als Erscheinungsjahr ziemlich sicher anzunehmen.
Wie sich deutlich
heraus arbeiten läßt, sind die Druckwerke Falckenhagens ab
1736 anzusetzen, was mit dem Jahr 1735 der Regierungsübernahme
der Markgrafschaft Bayreuth durch Friedrich und Wilhelmine ein gutes
Bild ergibt